18.07.2017

Autoreninterview: Jessica Stephens

Jessica Stephens


Wann hast du gemerkt, dass du Autorin werden möchtest?
Das ich es werden möchte, gar nicht. Zwar hatte ich mir irgendwann in den Kopf gesetzt mein Manuskript unbedingt, im Zweifel auch ohne Verlage, veröffentlichen zu wollen. Aber das ich dadurch den Status „Autorin“ erhalte, hatte ich dabei völlig vergessen. Selbst als ich mein Werk dann veröffentlicht hatte, dauerte es noch einige Tage bis irgendwann realisierte, dass ich nun eine Autorin bin. Es war ein großartiges Gefühl, was sich nach dieser Erkenntnis in mir ausbreitete und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie glücklich ich an diesem Tag war.

Wie bist du auf die Idee zu deiner aktuellen Buchreihe „Wächter“ gekommen?
Vor ungefähr zwei Jahren im Sommer ist mir die Geschichte wochenlang im Kopf herumgespuckt. Anfangs waren es nur Notizen mit Ideen, die mit der Zeit immer mehr wurden und irgendwann habe ich mich hingesetzt und diese am PC zusammengefügt. Das war die Grundstruktur meines Debütromans und mit den Tagen und Wochen wurde daraus eine komplette Geschichte. 


Hast du die Charaktere aus deinem aktuellen Roman frei erfunden oder dich durch dein Umfeld inspirieren lassen?
Die Charaktere sind alle frei erfunden. Sie haben aber allen einen Touch von mir abbekommen, so hat Megan die Bücherliebe von mir. Logan und seine Sprüche passen zu mir und bei Shanon sind es die roten Haare, welche ich eines Tages auch gerne mal haben möchte.

Wie weit kennst du deine Geschichte, wenn du mit dem Schreiben beginnst? Weißt du zum Beispiel das Ende im Voraus?
Bei mir steht zu Beginn immer nur ganz grob die Grundidee, welche bei einem ganz neuen Projekt, auch schon mal nur aus ein paar Sätzen bestehen kann. Zu Beginn möchte ich mich nie zur sehr einschränken und der Geschichte ihren freien Lauf lassen. Das kann zwar im Nachhinein manchmal mehr Arbeit bei der Korrektur bedeuten, aber ganz nach Plan schreiben, so finde ich, bietet irgendwie keinen Reiz.

Wo Schreibst du am liebsten?
Ich schreibe in meinem kleinen Arbeitszimmer, an meinem PC und höre je nach Stimmung Musik oder genieße die Stille. Je nach Tagesverfassung benötige ich entweder Ruhe oder musikalische Untermalung um in die richtige Stimmung fürs Schreiben zu kommen. 

Arbeitest du gerade an weiteren Projekten?
Ja, aber ich kann leider noch nichts verraten, da ich mir selbst noch nicht ganz schlüssig bin, wohin sich die Geschichte entwickelt. Außerdem habe ich momentan 2 angefangene Manuskripte zur Auswahl, an welchen ich arbeiten kann, somit muss ich mich auch erstmal für eines entscheiden, bevor ich euch etwas konkretes berichten kann.

Welchen Tipp kannst du all denen geben, die gerne ein Buch veröffentlichen würden?
1. Lasst euch Zeit mit dem Schreiben und arbeitet solang an eurem Manuskript, bis ihr selbst es für komplett abgeschlossen haltet. 

2. Traut euch. Egal welche Sorgen und Ängste euch in Bezug auf euer Buch im Kopf herumspucken, traut euch, euer Buch der Öffentlichkeit zu zeigen.

3. Lasst euch niemals von Absage von Verlagen oder von schlechten Bewertungen entmutigen. Als Autor muss man mit Kritik und auch mit Rückschlägen umgehen können, diese werden nicht ausbleiben. Aber immer Kopf hoch, die Sonnenseiten überwiegen, glaubt mir. =) 


Was sind deine persönlichen Schreibrituale?
Ich habe keine. Wahrscheinlich sollte ich welche haben, aber ich bin einfach nicht der Typ Mensch, der sich gerne auf Rituale/ Regelmäßigkeiten festlegt. Klar ich versuche jeden Samstag, an meinem aktuellen Projekt weiterzuarbeiten. Aber ich setze mich dahingehend nicht unter Druck und sage „Ich muss“. Denn ich weiß genau, dass würde bei mir nur das Gegenteil bewirken und ich würde wahrscheinlich gar keine Worte mehr aufs Papier bringen. Deshalb lege ich mich da nicht fest, sondern versuche, es immer samstags einzurichten, wenn es klappt – perfekt und wenn nicht, dann geht die Welt auch nicht unter. Jeder muss seine eigene Routine bzw. Art zu Schreiben finden und ich habe meine gefunden, auch wenn diese bei manchen vielleicht etwas unstrukturiert wirkt.

Welches Genre liest du selbst überhaupt nicht und warum?
Ich lese grundsätzlich keine Bücher im Bereich Horror/Thriller. Mir sind diese, genauso wie bei Filmen auch, einfach zu gruselig. Ich bin leider ein typischer Angsthase, was dieses Genre angeht. Als ich vor Jahren mal Final Destination 3 gesehen habe, konnte ich tagelang nicht gut schlafen, das hat mir gereicht. 
Außerdem lese ich nicht so gerne im Bereich Humor bzw. Parodien. Aber das liegt eher daran, dass ich dort den Witz nicht so richtig verstehe, bzw. auch nicht wirklich witzig finde.

Hast du ein persönliches Motto?
Sometimes you win, sometimes you learn.  – von John Maxwell

Wie sieht dein persönlicher Alltag im Zusammenhang mit dem Schreiben aus?
Ich schreibe in der Regel am Samstag, da ich dort genügend Zeit habe, um auch mal ein paar Stunden am Stück, an einem Projekt zu arbeiten. Nach dem Frühstück und dem Mails abrufen, geht es zu meinem Manuskript. Zuerst lese ich mir den letzten Absatz durch, um wieder in Geschichte hinein zu finden, bevor ich weiterschreibe. Manchmal öffne ich auch noch zusätzlichen den Plot und überfliege diesen, um mir nochmal die Kernaussagen ins Gedächtnis zu rufen. Und dann beginne ich mit dem Schreiben. Je nachdem wie meine Tagesleistung ist, komme ich schnell voran oder es zieht sich. Manchmal höre ich dabei auch Musik, um mich besser in die aktuelle Stimmung des Manuskripts einzufinden, das kommt aber immer auf meine Tagesverfassung an. ;-) 
Wenn ich dann nach einigen Stunden merke, dass die Konzentration nachlässt, mache ich eine Pause, esse was zu Mittag und beschäftige mich erstmal mit etwas anderem. Bei dem schönen Wetter momentan, gehe ich gerne mal raus und setzte mich ein paar Minuten in die Sonne. Wenn ich durchgeschnauft habe, setze ich mich wieder vor das Manuskript. Allerdings dann nur noch zeitlich begrenzt für 1-2 Stunden, dann ist Schluss. Schließlich ist auch Wochenende und meistens ist der Samstag auch mein „Ausgehabend“, das heißt, dass ich abends noch was mit den Mädels unternehme und so den Tag feucht fröhlich ausklingen lasse.


Kuh oder Schaf?
Schaf

Fliegen oder Auto fahren?
Fliegen

Sommer oder Winter?
Es hat beides seine Vorteile, daher beides. 

Apfel oder Banane?
Banane

Limonade oder Wasser?
Wasser

Horrorfilm oder Komödie?
Komödie

... wenn du eine Wunderlampe findest und der Flaschengeist dir drei Wünsche erfüllt?
Eine eigene Bibliothek, ein eigenes großes Haus und eine voll finanzierte Weltreise.

... wenn du ein Jahr lang Urlaub hättest?
Würde ich um die Welt reisen und an den Orten wo es mir am besten gefällt, auch mal etwas länger verweilen.

... wenn du plötzlich mit Tieren reden könntest?
Würde ich sie fragen, was sie sich von uns Menschen wünschen.

... wenn du auf einer einsamen Insel wärst?
Würde ich wahrscheinlich vor Einsamkeit eingehen. ;-) Ich bin sehr familiär gestrickt und brauche den Kontakt zu anderen Menschen. 


1 Kommentare:

Ruby Celtic hat gesagt…

Hey meine Liebe,

ich mag deine Interviews einfach immer wieder total gerne. Es ist interessant und gerade zum Ende hin erheiternd. Die Fragen beantworte ich mir auch immer wieder selber sehr gerne. ;)

Liebe Grüße,
Ruby

Bild Bild