15.04.2017

Rezension: Der Geschmack von Laub und Erde

Titel: Der Geschmack von Laub und Erde: Wie ich versuchte, als Tier zu leben

Autor/in: Charles Foster
Verfügbar als: Ebook, Print
Seitenanzahl: 288 Seiten 
Verlag: Malik

Was fühlt ein Tier, wie lebt es und wie nimmt es seine Umwelt wahr? Um das herauszufinden, tritt Charles Foster ein faszinierendes Experiment an. Er schlüpft in die Rolle von fünf verschiedenen Tierarten: Dachs, Otter, Fuchs, Rothirsch und Mauersegler. Er haust in einem Bau unter der Erde, schnappt mit den Zähnen nach Fischen in einem Fluss und durchstöbert Mülltonnen auf der Suche nach Nahrung. Er schärft seine Sinne, wird zum nachtaktiven Lebewesen, beschreibt wie ein Weinkenner die unterschiedlichen »Terroirs« von Würmern und wie sich der Duft der Erde in den verschiedenen Jahreszeiten verändert. In die scharfsinnige und witzige Schilderung seiner skurrilen Erfahrungen lässt er wissenswerte Fakten einfließen und stellt sie in den Kontext philosophischer Themen. Letztendlich geht es dabei auch um die eine Frage: Was es bedeutet, Mensch zu sein.
Als ich einen Bericht in der Zeitung über dieses Buch gelesen habe, war ich direkt neugierig und musste es lesen. 

Es hat mich einfach vom Prinzip her total fasziniert, dass jemand versucht wie ein Tier zu leben.

Charles Foster führt wirklich ein außergewöhnliches Experiment durch und teilt seine Erfahrungen mit uns. 

Er versucht wie folgende Tiere zu leben:

Dachse
Fischotter 
Füchse
Rothirsche
Mauersegler 

Ich dachte zuerst es wäre ein reiner Erfahrungsbericht ohne jegliche Anatomie oder andere interessante nennenswerte Fakten über die gewissen Tierarten, aber Charles Foster hat mich positiv überrascht, da er uns viele verschiedene Einblicke gibt. 

Es war spannend und interessant zu lesen, wie er sich in den jeweiligen Lebensformen zurecht gefunden hat und wie er die Natur als "anderes Lebewesen" wahrgenommen hat. Man nimmt die Natur halt kriechend anders wahr, als wenn man aufrecht geht. Man nimmt Geräusche und Gerüche in und von der Natur deutlicher wahr.

Nachdem ich das Buch gelesen habe und das erste mal wieder im Wald spazieren gegangen bin, habe ich versucht bewusster meine Umwelt, die Geräusche, aber auch die Tierwelt wahrzunehmen und muss sagen: Dieses Buch hat mich inspiriert und mir geholfen die Natur noch ein Stückchen mehr wertzuschätzen.

Teilweise waren einige Stellen für mich sehr gewöhnungsbedürftig und evtl. sogar unglaubwürdig, aber das liegt daran das dieser Selbstversuch so unreal und so außergewöhnlich ist - das es einfach für einen völlig absurd ist. 

Der Schreibstil fiel mir manchmal nicht so leicht, ich hätte mir mehr Flüssigkeit und eine Portion mehr Humor gewünscht, weil es teilweise etwas "trocken" und Wissenschaftlich rüber kam. 

Wer Lust auf ein Sachbuch mit einem außergewöhnlichen Experiment hat, sollte dieses Buch definitiv lesen. Es war mal etwas völlig anderes und konnte mich dennoch faszinieren. 


1 Kommentare:

Ruby Celtic hat gesagt…

Hey meine Liebe,

irgendwie kann ich mir das gar nicht richtig vorstellen, aber deiner Rezi nach scheint es ein wirklich gutes Buch zu sein. Vielleicht sollte ich mich darin auch mal verlieren und schauen ob mich das nicht auch überzeugen kann. Dein Bild ist übrigens richtig toll geworden…hat mich sofort neugierig gemacht. *g*

Liebe Grüße,
Ruby

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